Schwerpunkte und Ziele

Unser Leitbild – Prinzipien unseres Handelns für Kinder und Ihre Familien

Unser Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt

 

Aufnahme von Kindern in unserem Kindergarten

Die Anmeldung kann nach telefonischer Terminvereinbarung ganzjährig im Kindergarten vorgenommen werden. Beim Anmeldegespräch und der Führung durch den Kindergarten haben die Eltern die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck über den Kindergarten zu machen. Bei Interesse können sich die Eltern für einen Kindergartenplatz vormerken lassen. Die Aufnahme erfolgt meist zu Beginn eines Kindergartenjahres (01.September) und richtet sich nach den verfügbaren Plätzen und dem Alter des Kindes. Wenn noch Plätze frei sind, ist aber auch die Aufnahme während des Kindergartenjahres möglich.

Haben sich die Eltern für einen Kindergartenplatz bei uns entschieden, werden sie bei einer Informationsveranstaltung genauer über die pädagogische Arbeit des Kindergartens und des Tagesablaufes aufgeklärt. Es werden organisatorische Fragen besprochen, Wünsche und Anregungen bearbeitet und Verträge schriftlich fixiert.

 

Bild vom Kind

Wir versuchen, den Kindern in unserem Kindergarten in der heutigen Zeit gerecht zu werden. Wir schaffen ihnen nicht nur eine kindgerechte Umgebung, sondern achten auch die Würde eines jeden Kindes. Uns liegt daran, den Kindern einen großen Freiraum zu geben, um das selbstbestimmte Handeln zu fördern.

 

Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung des Denkens, der Sprache und der Ich-Findung davon abhängt, wie Kinder sich ihre Welt spielerisch und selbstbestimmt aneignen können. Sie brauchen Möglichkeiten zum Handeln und Erproben. Wir bedenken dabei, dass Spielen und Lernen für Kinder im Alter von 1,5 – 7 Jahren nicht zwei verschiedene Elemente sind, sondern dass das Spiel die entscheidende kindliche Form des Lernens ist. Wir wollen den Kindern in unserem Kindergarten einen mutigen und lebensbejahenden Einstieg in ihr Leben ermöglichen. Deshalb gestalten wir die gemeinsame Zeit in der Einrichtung so, dass die Interessen und Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund stehen.

 

Schwerpunkte und Ziele

Wir finden in der Arbeit mit Kindergartenkindern Strukturen und Abläufe sehr wichtig und haben deshalb unsere Tagesplanungen nach festen Abfolgen strukturiert und festgelegt. Besonders für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und für die Kinder unter 3 Jahren sind Strukturen und Rituale, die immer wiederholt werden, sehr wichtig und die Grundlage dafür, dass sie sich öffnen und vertrauensvoll auf das Gruppengeschehen einlassen. Unser Tag im Kindergarten hat einen festgelegten Ablauf, den die Kinder schon von Anfang an kennenlernen und der ihnen immer wieder, vor allem in neuen unsicheren Situationen, Sicherheit und Halt gibt. Der Morgenkreis, die gemeinsamen Brotzeiten und die verschiedenen Rituale im Tagesablauf sind einige Beispiele hierfür.

 

Ein wichtiges Symbol, das im Kindergartenjahr häufig auftaucht, ist der Kreis, z.B. Morgenkreis, Stuhlkreis… – er bietet Möglichkeiten, wichtigen Erziehungszielen Ausdruck zu verleihen:

- einen festen Platz in der Gruppe haben

- zu einer Gemeinschaft gehören

- Anerkennung und Geborgenheit erfahren, den Anderen sehen

- Regeln und Grenzen einhalten

- Sensibilisierung für eigene Gefühle und die Gefühle Anderer

Wir legen auch sehr großen Wert auf die Freispielzeit, die anhand wissenschaftlicher Untersuchungen die wichtigste Form des Lernens in dieser Entwicklungsphase ist.

 

Weitere Schwerpunkte und Ziele unserer pädagogischen Arbeit:

 

  •    Erziehung zu Sicht des Ganzen
  • (Das Kind lernt, dass es Teil der Gruppe ist)
  •    Erziehung zum Verantwortungsbewusstsein
  • (Das Kind bekommt die Möglichkeit für Entscheidungen und Mitgestaltung)
  •    Erziehung zur Selbständigkeit
  • (Das Kind braucht Vertrauen und Motivation)
  •    Erziehung zur Friedensfähigkeit
  • (Das Kind bekommt Möglichkeiten zur gewaltfreien Konfliktlösung)
  •    Erziehung zum Erleben
  • (Das Kind soll mit allen Sinnen erleben und eigene Erfahrungen machen)
  •    Erziehung zum Maßhalten
  • (Das Kind lernt in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft ein richtiges Maß zu finden)

 

 

Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten – Eingewöhnungsphase

Um die Eingewöhnung der Kinder in die neue Umgebung für alle Beteiligten (Eltern, Kinder und Erzieherinnen) bestmöglich zu gestalten, bieten wir eine Eingewöhnungsform an, die auf die individuellen Bedürfnisse der neuen Kinder abgestimmt sind. Sie soll den Abnabelungsprozess unterstützen und den Eltern ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit vermitteln. Der Ablauf der Eingewöhnungsphase erfolgt in Absprache mit den Beteiligten. Wir stimmen die einzelnen Schritte zusammen mit den Eltern ab. Wir bleiben durch Gespräche im Austausch und bieten den Eltern die Möglichkeit die erste Zeit gemeinsam mit ihrem Kind in der Einrichtung zu bleiben und so den Kindern die Eingewöhnung so gut wie möglich zu gestalten. Je nach Bedarf des Kindes dauert dies einmal kürzer, einmal länger. In dieser Zeit bauen wir durch verschiedene Angebote eine Bindung zum Kind auf und werden zu neuen Bezugspersonen. Vor allem für die Kinder unter 3 Jahren ist dies eine sehr sensible Phase in ihrer Entwicklung. Sie ist prägend für spätere Lernprozesse. Deshalb versuchen wir, die Eingewöhnung für jedes Kind und seine Eltern so individuell und sanft wie möglich zu gestalten und dabei immer die Persönlichkeit und die Bedürfnisse der Kinder im Auge zu behalten. Ist das Kind in der neuen Umgebung eingewöhnt und mit den Erzieherinnen vertraut, beenden wir die Eingewöhnung in Absprache mit den Eltern und heißen das Kind als Gruppenmitglied willkommen.

 

 

Angebotsvielfalt – Planung und Dokumentation der Bildungsarbeit

 

Tagesablauf

 

7.00 Uhr                     Beginn der Öffnungszeit

 

7.00 – 9.00 Uhr          Bringzeit / 1. Freispielzeit

Alle Kinder werden bis 8.00 Uhr in der grünen Gruppe empfangen und von betreut. Danach geht jedes Kind in seine Gruppe. Die Wahl der Spielmaterialien und des Spielpartners sind hier frei

9.00 – 12.00 Uhr         Kernzeit

Diese starten wir um 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Morgenkreis, dem die erste gemeinsame Brotzeit folgt. Danach finden pädagogische Angebote wie Turnen, Basteln, Kochen, Singen usw. statt. Um ca. 11.00 Uhr ist täglich ein Stuhlkreis, der je nach Thema 20 bis 40 Minuten dauert. Hier lernen die Kinder z.B. Fingerspiele, hören Geschichten und Bilderbücher, machen Experimente und halten Kinderkonferenzen ab, …. Um 11.45 Uhr ist die 2.Brotzeit bzw. das Mittagessen

 

12.30 – 16.00 Uhr       2. Freispielzeit/Spiel im  Garten/Nachmittagsgruppe 

Die Kinder bewegen sich unter Aufsicht an der frischen Luft. Die Art des Spiels und die Wahl der Spielpartner sind frei. Den Kindern stehen die Sandkästen und die Spielgeräte wie Schaukel, Rutsche, Dreiräder und Kletterturm zur Verfügung. (Im Sommer oder an heißen Tage wird meist am Vormittag in den Garten gegangen. Somit ist der Besuch des Gartens nicht nur auf diese Zeit beschränkt.) Bei schlechtem Wetter gehen die Nachmittagskinder in den Intensivraum, bzw. werden in zwei Gruppen im Intensivraum und Turnraum aufgeteilt. Es werden Spiele, Bilderbücher, kreative Arbeiten oder Bewegungsmöglichkeiten angeboten.

 

Inklusion

Seit der Aufnahme von drei Kindern mit Trisomie 21 in unserem Kindergarten und die dadurch entstandene Integrativgruppe haben wir unsere pädagogische Arbeit unter einem ganz neuen Aspekt durchleuchtet und uns für die inklusive Arbeit entschieden:

Unsere Grundhaltung ist geprägt von der Erfurcht vor dem Leben und von der Achtung aller Menschen. Wir begegnen vorurteilslos und nehmen Jeden so an wie er ist in seiner Individualität und mit seinen Stärken und Schwächen. Aus dem biblischen Gebot der Nächstenliebe resultierend, unterstützen wir Jeden mit seinen Bedürfnissen. Wir wollen Andere so behandeln, wie auch wir behandelt werden wollen. Deshalb ist uns ein liebevoller Umgang mit Allen und Jedem sehr wichtig, z.B. Anerkennung, Freundlichkeit, Wertschätzung usw.

Wir wollen und werden kein Kind ausschließen. Wir akzeptieren Jeden in seiner Individualität! Es werden keine Unterschiede in Hinblick auf ein gemeinschaftliches, partnerschaftliches Verhältnis gemacht. Das „miteinander Können“ soll stehen für „sich begegnen“, „sich gemeinsam finden“… Dabei behalten wir uns aber vor, bei der Aufnahme von Kindern mit Handicap zu entscheiden, ob wir allen nötigen Anforderungen gerecht werden können, oder ob das Kind in einer speziellen Einrichtung besser aufgehoben wäre. Nur durch diese ehrliche Auseinandersetzung mit diesem Thema können wir auch weiterhin wertvolle pädagogische Arbeit leisten.

 

Grundsätze und Umsetzung der Inklusion in unserem Kindergarten:

-  Durch Fortbildungen, Visitationen und Gespräche mit Fachleuten und den Eltern schaffen wir optimale Bedingungen für Inklusion.

-  Die enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern, den Fachdiensten und uns muss ein Hauptbestandteil unserer pädagogischen Arbeit sein, der stetig wachsen und die bestmöglichste Förderung des Kindes gewährleisten soll.

-  Durch Räumlichkeiten und Material soll den spezifischen Bedürfnissen der Kinder Rechnung getragen werden. Ihnen soll ein Gefühl von Sicherheit vermittelt werden. Neugier und Interesse wird durch diese Voraussetzungen angeregt.

-  Die Kinder werden durch liebevollen, herzlichen und zugewandten Umgang aller Mitarbeiterinnen gestärkt und angenommen.

-  Es soll bei uns eine Atmosphäre der gegenseitigen Akzeptanz und Zusammengehörigkeit herrschen.

-  Jedes Kind soll in seiner Individualität und Einzigartigkeit wahrgenommen werden.

-   Die pädagogische Arbeit soll auf die individuellen Bedürfnisse, Stärken und Fähigkeiten der einzelnen Kinder zugeschnitten sein.

-   Jedem Kind soll es ermöglicht werden, sich auf seine Art in pädagogische Angebote einzubringen und dabei auch Erfolge zu haben.

-  Sozialer Ausgrenzung und Entwicklung von Vorurteilen soll entgegengewirkt werden.

Durch die Entstehung der Integrativgruppe konnten wir auch das Angebot einer„Fachkraft für Integration“ in Anspruch nehmen. Diese Fachkraft arbeitet halbtags in der inklusiven Gruppe, wird vom Jugendamt finanziert und ist für die drei Kinder mit Trisomie 21 zuständig. Die Heilerziehungspflegehelferin unterstützt diese Kinder vor allem im pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereich.

 

 

Sprach- und mediengewandte Kinder

 

Sprache und Literacy

Während ihrer Zeit im Kindergarten erweitern Kinder permanent ihren Wortschatz und ihre Sprachkompetenz. Beim Erkunden der Welt lernen sie neue Wörter und deren Bedeutung. Sie lernen, durch Sprache die Welt zu verstehen und zu ordnen.

Sprachförderung ist ein allgegenwärtiger Teil des Alltags im Kindergarten. Beim Spielen, Singen, Turnen, Basteln, Experimentieren oder beim Betrachten von Bilderbüchern – immer geht es um Sprache.

Wir bieten den Kindern viele verschiedene Sprachanlässe, vielfältige Themen und eine reichhaltige abwechslungsreiche Sprache. In alltäglichen Situationen begleiten wir die Handlungen der Kinder sprachlich. Wir nutzen den Stuhlkreis für Sprachspiele, für eigenes Erzählen oder für das Einüben von Gesprächen und so zur Sprachförderung. Dabei werden auch die dafür notwendigen Regeln geübt, wie etwa sich gegenseitig ausreden zu lassen, sich zuzuhören und zu warten, bis man an der Reihe ist. Ebenso nutzen wir auch das gemeinsame Essen für die Kommunikation und die Sprachförderung. Hier spielen Rituale eine große Rolle. Dazu zählt etwa das Gebet zu Beginn der Mahlzeit oder ein Spruch am Ende des Morgenkreises.

Durch Reime, Abzählverse, Fingerspiele, Lieder und Kreisspiel, werden auch Kinder mit Sprachschwierigkeiten oder Kinder mit geringen Deutschkenntnissen sprachlich gefördert. Denn durch Reime und Wiederholungen prägen sich Wörter, Wortfolgen, Begriffe und Aussprache ein und sind so die perfekte Sprachförderung. Dadurch wird die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund erleichtert.

Unter anderem für unsere Kinder mit Handicap arbeiten wir sehr oft und gerne mit anschaulichem Material und Bildkarten.

 

Umsetzung:

–  Zur Spracherziehung gehört auch der Deutschkurs für die Kinder mit Migrationshintergrund

–  Jeden Montag findet im Rahmen der Spracherziehung die Projektgruppe „Vorlesetag“ statt (wie beschrieben)

 

 

Informations- und Kommunikationstechnik, Medien

Durch die gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahren ist es wichtig, bereits in der frühen Kindheit mit der Stärkung der Medienkompetenz zu beginnen. Die Kinder erhalten in unserer Einrichtung regelmäßig die Gelegenheit, die Medienerfahrung kindgemäß zu verarbeiten. Sie unterstützt die Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, die Fertigkeiten und die kognitiven Fähigkeiten des Kindes.

 

 

Folgende Angebote an Medienerfahrung gibt es in unserer Einrichtung:

–  Passend zu den Inhalten und Themen unserer Projekte suchen wir re-gelmäßig im Internet nach Anschauungsmaterial, Texten, Bildern und Videos. Diese betrachten wir gemeinsam mit den Kindern und arbeiten sie in Gesprächen und Angeboten auf.

– Aus der vielfältigen Auswahl an Bilderbüchern zu unterschiedlichsten Themenbereichen steht immer eine gezielte Menge zur freien Verfügung für die Kinder bereit. Oft bringen die Kinder auch Bücher von zu Hause zu bestimmten Themen mit, die wir dann im Kindergarten gemeinsam betrachten.

– Der Umgang mit CD-Player oder Digitalkamera usw. wird spielerisch und durch Vorbildfunktion an die Kinder weitergegeben.

– Wir geben den Kindern in unserer Einrichtung die Gelegenheit, Medienerfahrungen, die sie außerhalb des Kindergartens machen zu verarbeiten. (Rollenspiel, Malen, Bewegung, Verkleidung, Gespräche…)

– Für die Verwaltungs-, Konzeptions- und Öffentlichkeitsarbeit sind EDV und Internet wesentliche Komponenten geworden.

 

Trotz des vermehrten Einsatzes von Medien in der Gesellschaft ist es uns sehr wichtig, den Kindern vielfältige Alternativen zur Medienbeschäftigung zu zeigen. Wir finden es immer noch viel wichtiger, dass das Spiel, Naturerfahrungen und Bewegungsspiele im Freien den überwiegenden Alltag der Kinder bestimmen!

 

Elternarbeit

Die Eltern sind neben den Kindern die wichtigsten Personen in unserer Arbeit. Eine gute Zusammenarbeit mit ihnen liegt uns sehr am Herzen, denn nur dann können wir das Kind in seiner gesamten Entwicklung gezielt und wertvoll fördern. Damit diese partnerschaftliche Zusammenarbeit gelingen kann, bieten wir vielfältige Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches und Kennenlernens an. Das Mitwirken und Einbringen der Eltern mit ihren individuellen Möglichkeiten ist eine Bereicherung für unsere Planungen und Angebote.

Uns ist es wichtig, dass wir mit den Eltern von Anfang an in Kontakt bleiben und uns über Entwicklungsschritte des Kindes austauschen und gegenseitig beraten. Bei Fragen und Problemen der Eltern versuchen wir Antworten zu finden bzw. Kontakte zu Fachstellen zu vermitteln.

Nur wenn von Anfang an, schon bei der Eingewöhnungsphase, eine gute Bindung und ein guter Kontakt zu den Eltern entsteht, kann die Arbeit am Kind effektiv und gut gestaltet werden. Das Vertrauen der Eltern ist für uns wichtig, um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen.

 

Mitwirkung der Kinder

Partizipation:

“Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden”. (Schröder 1995, 14)

Im Kindergarten heißt dies, die besten Entscheidungen für die Kinder trifft man mit den Kindern. Durch die Erfahrungen der Partizipation werden die Kinder zur Selbstbestimmung, Entscheidungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Problemlösungskompetenz befähigt. Die Kinder bekommen dadurch ein gewisses Mitsprache- bzw. Mitentscheidungsrecht. Dies geschieht vor allem durch Gesprächskreise und sogenannte “Kinderkonferenzen”. Am wichtigsten ist es, Zeit für den regelmäßigen Austausch zu haben um die Interessen der Kinder wahrzunehmen und teilweise Projekte daraus zu entwickeln.

Gesprächskreise und Kinderkonferenzen:

Nach dem BEP werden Bildungsprozesse mit den Kindern kooperativ gestaltet. Regelmäßig wirken die Kinder am Bildungs- und Einrichtungsgeschehen mit und lernen hierbei:

  •   ihre eigenen Interessen aktiv zu vertreten,
  •   Verantwortung über ihr Handeln zu übernehmen,
  •   Regeln einzuhalten und deren Sinn zu verstehen,
  •   eigene Wünsche selbstbewusst zu äußern,
  •   Vorstellungen zu formulieren,
  •   sich selbst, andere und ihre Umgebung zu hinterfragen,
  •   eigene Gefühle zu erkennen und sich in Gefühle anderer hineinzuversetzen,
  •   sich sprachlich und gesetzt ausdrücken.

 

Somit geben wir den Kindern das Gefühl: “Meine Meinung ist wichtig, ich kann Entscheidungen treffen”. Diese Gesprächskreise und Konferenzen finden bei uns in jeder Gruppe regelmäßig statt.

 

 

Wertorientierung und verantwortungsvoll handelnde Kinder

 

Wertorientierung und Religiosität

Werte sind grundlegende Elemente, die für eine verantwortungsvolle Gestaltung der eigenen Lebenszeit und für ein Zusammenleben mit anderen Menschen von tragender Bedeutung sind. Wir Menschen brauchen Werte, um eine glückliche Beziehung zu uns selbst herzustellen und freundlich mit anderen Menschen umgehen zu können. Uns ist es wichtig, die Kinder mit grundlegenden Werten vertraut zu machen und sie in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen. Die Wertschätzung und Akzeptanz anderer ist dabei genauso entscheidend wie das Erlernen von Umgangsformen.

Als evangelischer Kindergarten sind uns außerdem die religiösen Werte ein großes Anliegen. Der Glaube des Kindes und seine Religion sind keine konstanten Größen, die sich, einmal formuliert, gleich bleibend in allen Wechselfällen des Lebens durchhalten, sondern sie haben ihre eigene Geschichte, entwickeln und verändern sich. Wir begleiten die Kinder ein Stück weit auf diesem aufregenden Weg in ihrer religiösen Entwicklung. Unter religiöser Erziehung verstehen wir keinen “Religionsunterricht”, denn sie geschieht nicht losgelöst von den übrigen Bildungsbereichen. Sie fließt in die gesamte Erziehung mit ein.

 

Praktische Umsetzung:

Einmal im Monat findet ein religiöses Angebot mit der Gemeindepfarrerin statt, dass das Personal durch Lieder, Gebete oder Tänze kreativ mitgestaltet. Jedes Angebot wird unter ein anderes Thema passend zum Jahreskreis gestellt.

Durch christliche Symbole, Rituale und biblische Geschichten erleben die Kinder bei uns Orientierung und Strukturierung im Alltag.

Bei uns werden die Abläufe des Tages, der Woche, des Kirchenjahres und des persönlichen Lebens in die Gestaltung der Arbeit einbezogen, wie die dazugehörigen Feste und Feiern.

Durch gemeinsame Aktivitäten erleben “Klein und Groß”, dass “Kirche” etwas mit ihrem Leben zu tun hat und ihnen Erfahrungen und Erkenntnisräume eröffnet. Wir sehen uns als wichtigen Lernort unserer Kirchengemeinde. Die Welt aus der Perspektive der Kinder zu sehen, ist ein wichtiges Element für eine lebendige Gemeindearbeit. Es finden regelmäßig gemeinsame Gottesdienste in der Friedenskirche statt, die von den Kindergartenkindern und dem Team gestaltet werden.

 

Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Soziale Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung sind nicht voneinander zu trennen. Sie sind verbunden und stehen in einer Wechselwirkung miteinander. Dem Kind soll die Möglichkeit gegeben werden, seine Persönlichkeit so zu entfalten, dass es sein Selbst als wertvoll erlebt und akzeptiert. Nur so kann es im sozialen Zusammensein die gebende und nehmende Rolle einnehmen, die ihm selbst und der Gemeinschaft förderlich ist.

Dies soll nicht im Anpassungsprozess geschehen, sondern als ein Vorgang, bei dem die individuellen Anforderungen gleichrangig neben denen der Gruppe stehen. Kritikfähigkeit ist dabei ein unerlässliches Erziehungsziel, denn wenn ein Kind Dinge und Vorschläge kritisch betrachten, benennen und entsprechende Entscheidungen treffen kann, kann es auch Verantwortung übernehmen. Die Erfahrung, für etwas oder den Ausgang einer Sache verantwortlich zu sein, gibt dem Zusammensein in der Gruppe einen höheren Stellenwert und ein größeres Engagement jedes Kind in der Gruppe. Die Kinder werden motiviert, mitzugestalten, die Initiative zu ergreifen und aktiv zu sein.

 

Umsetzung:

  •    Beobachtung und gezielte Förderung der Freispielzeit
  •    Gespräche über Alltagssituationen

 

 

 

Künstlerische aktive Kinder

Ästhetik, Kunst und Kultur

Kreativität ist die schöpferische Fähigkeit des Menschen. Ein wichtiges Ziel in unserer Einrichtung ist die Erziehung zu Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Die Förderung der ICH-Kompetenz wird maßgeblich durch gezielte Kreativitätsanleitung unterstützt. Basteln, malen, kleben, falten usw. stützen die Kinder in ihrem Selbstwertgefühl und erziehen zum eigenverantwortlichen Handeln, in dem Dinge erdacht, umgesetzt und fertig gestellt werden. Wir wollen durch unsere Angebote im kreativen Bereich den Spaß der Kinder an ihrem eigenen Gestalten wecken und ihnen dadurch Erfolgserlebnisse durch die entstandenen Werke vermitteln.

Gemeinsam betrachten wir die Ergebnisse ihrer Arbeit und reflektieren das Gelernte und die verschiedenen Arbeitsschritte.

 

Umsetzung:

  •    Durch wöchentlich wechselnde Bastelangebote, die meist zu den aktuellen Projekten passen, festigen wir die Erfahrung der Kinder in vielen Lebensthemen.
  •     In den Kreativbereichen der Gruppen steht immer ausreichend Material zur kreativen Gestaltung für die Kinder bereit. Dadurch wird das Interesse und die Neugier geweckt, Sachen auszuprobieren und eigenständig etwas zu erstellen.

 

Musik

Wir legen großen Wert darauf, mit den Kindern zu singen und zu musizieren. Hier erleben die Kinder Freude an der Musik, entwickeln ein Gespür für Rhythmus und machen erste Erfahrungen mit Musikinstrumenten. Dies ist bei den Kindern sehr beliebt und sie zeigen voller Stolz ihr Gelerntes bei Festen und Gottesdiensten. Musik löst Verkrampfungen, fördert Kreativität und Ausdrucksfähigkeit beim Kind. Musik und Tanzen bringen Lebensfreude, beeinflussen Sprach- und emotionale Entwicklung des Kindes positiv.

Praktische Umsetzung:

  • Wir regen die Kinder an, ihre musikalischen Grunderfahrungen zu bilden und geben ihnen die Möglichkeit, die Fähigkeiten zu entwickeln.
  • Durch unser musikalisches Angebot fördern wir die Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung.
  • Das tägliche Singen und Spielen von Kreisspielen, Liedern und Singspielen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
  • Mit dem Einsatz von einfachen Orffschen Instrumenten eröffnen wir den Kindern elementare Klang- und Rhythmuserfahrungen.
  • Wir treffen uns regelmäßig gruppenübergreifend zum gemeinsamen Singen und Üben für Feste und Gottesdienste.

 

Starke Kinder

Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

Bewegung ist von großer Bedeutung für die altersgemäße, gesunde Entwicklung des Kindes. Bewegung wird bei uns groß geschrieben. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, dem wir nicht nur im freien Spiel den nötigen Raum geben, sondern durch gezielte, abwechslungsreiche Bewegungsangebote Rechnung tragen. In der frühen Kindheit ist Bewegung ein elementares Bedürfnis der Kinder, sie ist nicht nur für die motorische, sondern auch für die kognitive, emotionale, sprachliche und soziale Entwicklung von herausragender Bedeutung.

Unser großangelegter Garten und unser großzügiger Turnraum ermöglichen uns ein breitgefächertes Angebot an Turnmöglichkeiten wie z.B. Klettern, Werfen, Rollen usw. zur Umsetzung der Bewegungserziehung.

 

Umsetzung:

-  Jeden Freitag findet im Kindergarten “bewegter Ganztag” statt. Die Kinder werden dazu gruppenübergreifend in drei Kleingruppen nach Alter aufgeteilt. Zwei Erzieherinnen gestalten dann im Turnraum für jede Kleingruppe passende Angebote im Bereich Bewegungserziehung.

-  Wir reagieren oft situationsorientiert auf das Geschehen in der Gruppe. Wenn wir merken, dass die Kinder mehr Bewegung brauchen, als sie im Gruppenraum ausleben können, gehen einzelne Mitarbeiter mit Kleingruppen in den Turnraum zum freien Bewegungsspiel oder für spontane Bewegungsangebote.

-  Wir gehen so oft wie möglich in den Garten.

 

 

Fragende und forschende Kinder

 

Mathematik

„Die Welt, in der Kinder aufwachsen, ist voller Mathematik“ (BayBEP)

Für die Entwicklung der mathematischen Kompetenzen stehen nicht das kognitive Lernen mathematischer Inhalte, sondern spielerische und ganzheitliche Lernerfahrungen in Bezug auf Mathematik auf dem Programm. Im Kindergarten sind mathematische Inhalte und mathematische Grunderfahrungen in vielen Alltagsangeboten enthalten z.B. Zuordnungs-, Fädel- und Sortierspiele, Abzählverse, Reime, Würfelspiele, Wettspiele und rhythmische Spielangebote. Ebenso lassen sich insbesondere Zahlen, geometrische Formen und Mengen im Kindergartenalltag entdecken z.B. Ball, Uhr, Teller, Buch, Quadrat. Die mathematische Erziehung ist also im Kindergartengeschehen allgegenwärtig und geschieht sowohl in den gezielten Angeboten als auch in Alltagsabhandlungen.

 

Umsetzung:

-  Übertragen von bestimmten Aufgaben an die Kinder, in denen mathematische Inhalte verborgen sind (z.B. Tischdecken…)

-  Die Kinder werden angeregt, selbständig neue Spiele mit mathematischem Hintergrund auszuprobieren und zu erlernen.

-  Uns ist es wichtig, bei mathematischen Handlungen z.B. dem Zählen der anwesenden Kinder immer wieder die Gruppe miteinzubeziehen und somit durch Wiederholung das Gelernte zu festigen. Auch die ganz Kleinen lernen so schon mit, indem sie die größeren Kinder nachahmen.

 

Naturwissenschaft, Technik und Umweltbildung

Die Kinder lernen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge in der belebten und der unbelebten Natur zu verstehen und selbst Experimente durchzuführen. Sie sollen lebensweltbezogene Aufgaben bewältigen können, die naturwissenschaftliche oder technische Grundkenntnisse erfordern. Kinder sollen Spaß und Freude am Beobachten, Experimentieren und Forschen haben und damit ihre Umwelt noch bewusster wahrnehmen. Einfache Experimente im Alltag verdeutlichen den Kindern Zusammenhänge aus Natur und Technik. Bei Experimenten werden die Kinder an naturwissenschaftliche Phänomene durch gezielte Angebote herangeführt. Sie lernen diese aus eigener Erfahrung kennen.

Uns ist es außerdem wichtig, dass die Kinder ihre Umwelt bewusst und mit allen Sinnen wahrnehmen und mit Pflanzen, Tieren und allem was dazugehört achtsam und mit Würde umgehen. Vor allem in der heutigen Zeit des Wohlstandes und der „Wegwerfgesellschaft“ finden wir, dass die Erziehung zur Achtsamkeit und Wertschätzung der Umwelt noch wichtiger geworden ist. Durch Gespräche, Angebote aber auch durch unser Vorbildverhalten geben wir den Kindern Werte in diesem Bereich mit in ihr Leben. Die Kinder sollen Verantwortung für die Umwelt übernehmen und die Bereitschaft zu umweltbewusstem und umweltgerechtem Handeln entwickeln. Ihre Sinne sollen geschärft werden, unsere Umwelt und die Natur als ein kostbares Gut zu betrachten und diese nicht mutwillig zu zerstören.

 

Umsetzung:

-  In unseren Planungen für Projekte und Angebote bauen wir immer wieder Experimente und Versuche mit ein, um die Kinder spielerisch mit dem Thema Naturwissenschaft und Technik vertraut zu machen.

-  Durch Ausflüge, Projekte, Gespräche und Geschichten vermitteln wir den Kindern wie hoch die Bedeutung von wertschätzendem Umgang mit der Umwelt und Natur ist.

-  Wir wollen die Kinder sensibilisieren für die Welt in der wir leben, für den Umgang mit der Natur und den Rohstoffen. Durch eine stark jahreszeitlich ausgerichtete Planung sollen Kinder ermutigt werden, sich an der Natur zu erfreuen und die Veränderungen bewusst wahrzunehmen.

-  verschiedene Pflanzaktionen im Garten machen die Kinder mit Natur und Garten vertraut.

Gesundheit

Gesundheitserziehung hat in der Praxis unseres Kindergartens einen hohen Stellenwert. Gesundheit ist mehr, als nur frei sein von Krankheiten. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisatíon (WHO) ist sie ein Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Ziele und Inhalte der Gesundheitserziehung lassen sich weitgehend in die alltäglichen Routinen und Abläufe des Gruppenalltags bewusst und gezielt integrieren. Das Kind lernt selbstbestimmt, Verantwortung für sein eigenes Wohlbefinden, seine Gesundheit und seinen Körper zu übernehmen.

Wir achten hierbei besonders auf eine gesundheitliche Ernährung, eine gute Tisch- und Esskultur und ausreichend Zeit für gemeinsame Mahlzeiten. Ebenso vertiefen wir gemeinsam das Verständnis für Körperpflege und Hygiene. Hierfür stellen wir den Kindern Utensilien zur eigenständigen Benutzung zur Verfügung, die dem hygienischen Standard entsprechen. Dies ist die Voraussetzung, den Kindern entsprechendes Wissen über gesundheitsbewusstes Leben und gesundheitsförderndes Verhalten zu übermitteln.

 

Umsetzung:

-  Wir machen immer wieder Gesprächskreise zum Thema gesunde Ernährung oder entwickeln sogar Projekte daraus.

-  Durch Üben und Vorbildhaltung vermitteln wir den Kindern die grundlegenden hygienischen Handlungen.