Pädagogischer Ansatz

Pädagogischer Ansatz

Leitsatz / Unser christliches Profil

(In Anlehnung an den BEP II:3.2.1)

Wir als kirchlicher Träger gehen in unserem Kindergarten vom christlichen Menschenbild aus.

Die Kinder können sich als Menschen entwickeln, die Vertrauen aufbauen und Selbständigkeit wagen können, weil sie sich bei Gott geborgen und von ihm ohne Bedingungen mit ihren Stärken und mit ihren Schwächen akzeptiert wissen. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder in unserem Kindergarten gelingendes Zusammenleben einüben können, dass sie mit Konflikten umgehen lernen, weil sie wissen, dass immer ein Neuanfang möglich ist und dass sie sich in unserer Gemeinschaft ermutigt fühlen, für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen. Wir fördern die Neugierde der Kinder, sich in unserer Welt auf die Suche zu machen und sie als Schöpfung Gottes zu entdecken. Wir unterstützen sie in dem Versuch, mit Worten und Bildern auszudrücken, welche Bedeutung Gottes Wirken für sie selbst und für unsere Welt haben kann. Es ist uns wichtig, die Kinder zu ermutigen, sich kreativ und phantasievoll an der Gestaltung ihrer Welt zu beteiligen. Deshalb gestalten und feiern wir Feste im kirchlichen Jahreskreis und pflegen den regelmäßigen Kontakt zu unserer evangelischen Kirchengemeinde, der Friedenskirche. Da in unserem Kindergarten auch Kinder mit anderen Religionen gehen, ist uns der gelebte Glaube in all seiner Buntheit in Form von Liedern, Gebeten und religiösen Angeboten besonders wichtig. Mit unserem Verhalten wollen wir Neugier, Verständnis und Toleranz vorleben.

 

Aufgabe unserer Einrichtung

Wir sehen die Eltern als Hauptverantwortliche für die Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder. Unsere Aufgabe ist die Unterstützung und Ergänzung der Erziehung neben den Eltern. Dabei achten und schätzen wir immer erst die Entscheidungen und Einstellungen der Erziehungsberechtigten.  Wir orientieren uns dann pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihren Familien. Durch eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten und durch einen wertschätzenden und freundlichen Umgang miteinander ist eine gute Basis für ein pädagogisch wertvolles Arbeiten geschaffen. Wir wollen die Anliegen und Meinungen der Eltern verstehen und den Familien den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich gestalten. Für alle Beteiligten soll die tägliche Zusammenarbeit so effektiv und schön wie möglich sein.

 

Unser Leitbild

Während der Arbeit an unserer ersten Konzeption aus dem Jahr 2005 wurde viel darüber geredet und nachgedacht, was uns in unserem Kindergarten sehr am Herzen liegt und was uns besonders wichtig ist. Auch wenn sich in den letzten Jahren viele Dinge in der Pädagogik und der Arbeit am Kind verändert haben, wollen wir an unserem Leitbild weiterhin festhalten.

Wir als evangelischer Kindergarten “Kunterbunt” wollen:

>     Die Kinder sensibel machen für die Mitmenschen, die Natur und die Umwelt. In einer Atmosphäre gegenseitiger Anerkennung und Toleranz üben die Kinder christliche Werterhaltung (z.B. Vertrauen, Ehrlichkeit….)

>     Den christlichen Glauben für Kinder erlebbar machen im Alltag durch Gebete, Lieder, Geschichten, durch Kindergottesdienste, Feste und Feiern im Jahreskreislauf

>     Andersgläubigen Kindern und Eltern tolerant und offen begegnen, denn sie sollen sich bei uns wohl fühlen und angenommen wissen.

 

Formen unserer pädagogischen Arbeit

Freispiel:

Das Freispiel ist die Zeit im Tagesablauf in der das Kind den Spielpartner, das Material, den Ort und den Zeitpunkt des Auswählens und seine eignen Ideen allein und mit anderen Kindern verwirklichen kann.

Dem allgemeinen Entwicklungsstand des Kindergartenkindes entspricht die Regelung, dass das Freispiel einen zeitlich viel größeren Raum einnimmt als das gezielte Angebot. Beim Freispiel geschieht durch die Vielfalt von Tätigkeitsprozessen im Wahrnehmen, Bewegen, Handeln, Reden und Spielen ein grundlegender Aufbau der Persönlichkeit jeden einzelnen Kindes. Das Freispiel bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre Phantasie zu entwickeln und ihre individuellen Fähigkeiten zu entdecken. Die Kinder haben in der Zeit viel Raum für eigene Entscheidungen und entwickeln dadurch ihre Selbstverantwortung, ihre Selbständigkeit und ihr Selbstwertgefühl. Außerdem erfahren sie viele neue Eindrücke für ihre soziale Entwicklung.

“Das Spiel ist die Brücke zur Wirklichkeit.” (Bruno Bettelsheim)

 

Gezielte Angebote und Stuhlkreis:

Zunächst betrachten wir den Lebensraum Kindergarten mit all seinen Möglichkeiten als Angebot an die Kinder. Wir Mitarbeiterinnen wollen keine “Animateure” sein, sondern engagierte Begleiterinnen, die so wenig wie möglich eingreifen, damit sich wirklich selbständiges Handeln und Spielen entwickeln kann.

Dennoch gibt es in unserer Einrichtung feste Zeiten in denen es das “Angebot” gibt. Zu Beginn der Kernzeit treffen wir uns jeden Tag zum gemeinsamen Morgenkreis, bei dem wir den anstehenden Tag besprechen und uns begrüßen. Dieser Kreis läuft immer nach dem gleichen Schema ab und gibt vor allem den neuen und kleineren Kinder Sicherheit und hilft oft auch den Trennungsschmerz am Morgen leichter zu überwinden. Nach der Brotzeit bieten wir jede Woche neue Bastelangebote an. Auch der Stuhlkreis, der nach der zweiten Freispielzeit um ca. 11.00 Uhr stattfindet, ist eines unserer gezielten Angebote für die Kinder. Beispiele für den Stuhlkreis sind religiöse Erzählungen, Bilderbuchbetrachtungen, Klanggeschichten, Kreis- und Fingerspiele, Natur- und Umwelterziehung und Angebote zum Jahreskreis.

Wir sind der Meinung, dass neben der Selbsterfahrung des Kindes und seiner Mitbestimmung auch das gezielte Angebot ein wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit im Kindergarten ist und bleibt. Vor allem mit Sicht auf das spätere Schulsystem, das seit Jahren feste Strukturen, gezielten Angebote und Fördereinheiten verfolgt, ist es wichtig, die Kinder schon im Kindergarten auf diese Form des Lernens vorzubereiten. Wir haben im Team für unsere Einrichtung eine Mischung aus freiem Lernen und Mitbestimmung der Kinder und gezielten Angeboten gefunden und erzielen damit gute Erfolge und bekommen durchwegs positive Rückmeldungen.

 

Gruppenübergreifende Angebote:

Gruppenübergreifende Angebote, geplant oder spontan, sind Angebote an die Kinder  der jeweils anderen Gruppe, sich diesen anzuschließen.

Kinder brauchen einerseits die feste Bindung in einer Gruppe und ebenso das Loslassen. Die Öffnung der Gruppen und die Teilnahme an gruppenübergreifenden Angeboten, wie “Vorlesetag” und “bewegter Ganztag” ermöglicht den Kindern erweiterte Räumlichkeiten und mehr Kontakte zu den Kindern und Erzieherinnen der anderen Gruppe. Sie treffen Freunde, finden weitere Spielmöglichkeiten und erweitern dadurch ihren Handlungsspielraum.

 

Rituale:

Rituale bringen durch ihre Festlegung eine Wiederholung einen vertrauenserweckenden Hintergrund für das Leben. Kindern, denen jeder Tag eine Fülle von Neuigkeiten bringt, gibt es ein Gefühl der Unsicherheit, wenn sich Dinge im Alltag ändern. Ein geregelter Tagesablauf und dort verankerte Rituale unterstützen das Zusammenleben und das soziale Miteinander, sie halten die Gemeinschaft zusammen. Im Kindergartenalltag geschieht dies z.B. durch das Gebet vor der gemeinsamen Brotzeit oder das Bewegungslied im Morgenkreis.