5. Kompetenzstärkung der Kinder im Rahmen der Bildungs-u.Erziehungsbereiche

5. Kompetenzstärkung der Kinder im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsbereiche

 

5.1. Angebotsvielfalt – vernetztes Lernen in Alltagssituationen und Projekten im Fokus

 

Projektarbeit

Durch das Arbeiten in Projekten bieten wir den Kindern vielfältige Formen der Beteiligung. Die Projekte sind inhaltlich anspruchsvoll gestaltet und sprechen die Lust am Lernen und den Erlebnishunger der Kinder besonders an Diese Form der Arbeit gibt uns die Möglichkeit, neben alltäglichen Angeboten andere Elemente in die Praxis aufzunehmen und für neue Erlebnisse der Kinder und der Erwachsenen innerhalb und außerhalb des Kindergartens zu sorgen. Wir Erzieherinnen sind Begleiterinnen und begeben uns im Projekt mit den Kindern auf den Weg des Forschens und gewinnen immer wieder neu Erkenntnisse.

Durch die Projekte spüren die Kinder eine noch größere “Lust auf die Welt” als wir sie ihnen in unserer alltäglichen Arbeit im Kindergarten schon bieten, denn Projekte bieten uns und den Kindern eine Erweiterung unseres Handlungsspielraumes und somit neue Spiel- und Lernmöglichkeiten auch außerhalb des Kindergartengeländes.

 

Einige Beispiele für Projektarbeit bei uns im Kindergarten:

–   Bei dem Projektthema “Schule” sind die Kinder beteiligt, die im folgenden Jahr die Schule besuchen werden.

–   Über einen längeren Zeitraum von Weihnachten bis Ostern wird z.B. der Lebensweg Jesu mit den Kindern erarbeitet. Die Projekte werden von unserem Pfarrer durch seine Mitarbeit aktiv unterstützt.

–    Kleinere Projekte wie z.B. Märchen, Winter…aus dem Kindergartenjahreskreis

–   Zum Reformationsjubiläum 2017 das “Lutherprojekt”

 

Natürlich werden auch Themen, die von den Kindern eingebracht werden bzw. aus ihrem unmittelbaren Lebensbereich kommen spontan und flexibel als Projekt bearbeitet (z.B. Bauernhof, Wald, Wasser… ). Die Kinder haben dabei die Möglichkeit, ihr Wissen und Können einzubringen und spielerisch im Kindergarten noch zu erweitern. In der Projektarbeit legen wir Wert darauf, dass das Thema ganzheitlich an die Kinder herangebracht wird und sie die Inhalte mit allen Sinnen erfahren und erleben dürfen. Dies ist auch im Bildungs- und Erziehungsplan aufgeführt und ein großer Anspruch an die pädagogische Arbeit im Kindergaren.

 

 

Projektgruppen

In unserem Kindergarten gibt es drei gruppenübergreifende Projekte, die regelmäßig stattfinden:

 

Vorlesetag:

Jeden Montag findet im Kindergarten ein Vorlesetag statt, den eine Erzieherin vorbereitet. Die Kinder aus beiden Gruppen werden in drei Kleingruppen nach Alter aufgeteilt. Die Mitarbeiterin gestaltet dann Bilderbuchvorträge, Geschichten oder Märchenerzählungen, die sie den Kindern ganzheitlich vermittelt. Sie beachtet dabei für jede Gruppe die altersgerechte Umsetzung von Inhalt und Sinn der Themen. Dieses Angebot findet je nach Inhalt im Intensivraum oder im Turnraum statt.

 

Bewegter Ganztag:

Freitags bereiten zwei Erzieherinnen wöchentlich das Projekt “Bewegter Ganztag” für die Kinder aus beiden Gruppen vor. Es werden drei Kleingruppen nach Alter gebildet und die Kinder sind gruppenübergreifend gemischt. Dieses Angebot findet im Turnraum statt und wird jede Woche mit anderen Inhalten, Themen und Lernzielen geplant.

 

Projekt der Generationen:

Schon seit einigen Jahren besuchen wir das AWO – Altenheim in unserer Nachbarschaft zu bestimmten Gelegenheiten wie zum Beispiel St. Martin und singen Lieder oder gehen mit unseren Laternen durchs Haus. Vor einiger Zeit haben wir in Absprache mit der neuen Heimleitung die Zusammenarbeit noch intensiviert und das “Projekt der Generationen” ins Leben gerufen. Regelmäßige Termine werden festgelegt, an denen sich die Kinder und die Heimbewohner treffen und gemeinsam verschiedene Angebote wahrnehmen. Beispiele hierfür waren das Angebot im Bereich Ernährungserziehung “Wir bereiten gemeinsam einen Obstsalat zu ” oder das Kreativangebot “Wir basteln für Ostern”. An diesem Angebot dürfen Kinder ab 4 Jahren freiwillig in einer Gruppe bis zu ca. 15 Kindern teilnehmen.

 

Projekt “Forschen mit Fred”

Jeden Freitag dürfen die Vorvorschulkinder im Rahmen des Projektes “Forschen mit Fred” der Ameise unter Anleitung experimentieren.

 

Lernen in Alltagssituationen

Neben dem Arbeiten in Projekten und mit gezielten Angeboten ist es uns sehr wichtig, dass auch die Bereiche im Alltag so gestaltet sind, dass sie für die Kinder Lernsituationen darstellen. In jedem Handlungsablauf im Kindergarten verbergen sich Erziehungsziele und Förderbereiche, die sich das Kind so spielerisch und ganz nebenbei aneignet. Angefangen beim An- und Ausziehen und all den anderen lebenspraktische Fähigkeiten bis hin zum Helfen beim Tischdecken, bei dem Bereiche wie Mathematik, Gleichgewicht, Motorik usw. gefördert werden, gibt es noch viele Bereiche im Alltag, die man beim Gedanken an die Lernerfahrungen der Kinder nicht unberücksichtigt lassen sollte. Dieser Teil des Lernens nimmt einen viel größeren Stellenwert und mehr Zeit ein, als die gezielte geplanten und durchgeführten Angebote.#

 

 

5.2. Vernetzte Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsbereiche

 

Wertorientierung und Religiosität

Werte sind grundlegende Elemente, die für eine verantwortungsvolle Gestaltung der eigenen Lebenszeit und für ein Zusammenleben mit anderen Menschen von tragender Bedeutung sind. Wir Menschen brauchen Werte, um eine glückliche Beziehung zu uns selbst herzustellen und freundlich mit anderen Menschen umgehen zu können. Uns ist es wichtig, die Kinder mit grundlegenden Werten vertraut zu machen und sie in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen. Die Wertschätzung und Akzeptanz anderer ist dabei genauso entscheidend wie das Erlernen von Umgangsformen.

Als evangelischer Kindergarten sind uns außerdem die religiösen Werte ein großes Anliegen. Der Glaube des Kindes und seine Religion sind keine konstanten Größen, die sich, einmal formuliert, gleichbleibend in allen Wechselfällen des Lebens durchhalten, sondern sie haben ihre eigene Geschichte, entwickeln und verändern sich. Wir begleiten die Kinder ein Stück weit auf diesem Weg in ihre religiösen Entwicklung. Unter religiöser Erziehung verstehen wir keinen “Religionsunterricht”, denn sie geschieht nicht losgelöst von den übrigen Bildungsbereichen. Sie fließt in die gesamte Erziehung mit ein.

 

Praktische Umsetzung:

Immer wieder finden religiöse Angebote mit dem Gemeindepfarrer statt, die das Personal durch Lieder, Gebete oder Tänze kreativ mitgestaltet. Jedes Angebot wird unter ein anderes Thema passend zum Jahreskreis gestellt.

Durch christliche Symbole, Rituale und biblische Geschichten erleben die Kinder bei uns Orientierung und Strukturierung im Alltag.

Bei uns werden die Abläufe des Tages, der Woche, des Kirchenjahres und des persönlichen Lebens in die Gestaltung der Arbeit einbezogen, wie die dazugehörigen Feste und Feiern.

Durch gemeinsame Aktivitäten erleben “Klein und Groß”, dass “Kirche” etwas mit ihrem Leben zu tun hat und ihnen Erfahrungen und Erkenntnisräume eröffnet. Wir sehen uns als wichtigen Lernort unserer Kirchengemeinde. Die Welt aus der Perspektive der Kinder zu sehen, ist ein wichtiges Element für eine lebendige Gemeindearbeit. Es finden regelmäßig gemeinsame Gottesdienste in der Friedenskirche statt, die von den Kindergartenkindern und dem Team gestaltet werden.

 

Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Soziale Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung sind nicht voneinander zu trennen. Sie sind verbunden und stehen in einer Wechselwirkung miteinander. Dem Kind soll die Möglichkeit gegeben werden, seine Persönlichkeit so zu entfalten, dass es sein Selbst als wertvoll erlebt und akzeptiert. Nur so kann es im sozialen Zusammensein die gebende und nehmende Rolle einnehmen, die ihm selbst und der Gemeinschaft förderlich ist.

Dies soll nicht im Anpassungsprozess geschehen, sondern als ein Vorgang, bei dem die individuellen Anforderungen gleichrangig neben denen der Gruppe stehen. Kritikfähigkeit ist dabei ein unerlässliches Erziehungsziel, denn wenn ein Kind Dinge und Vorschläge kritisch betrachten, benennen und entsprechende Entscheidungen treffen kann, ist es bereit auch Verantwortung zu übernehmen. Die Erfahrung, für etwas oder den Ausgang einer Sache verantwortlich zu sein, gibt dem Zusammensein in der Gruppe einen höheren Stellenwert und ein größeres Engagement jedes Kindes in der Gruppe. Die Kinder werden motiviert, mitzugestalten, die Initiative zu ergreifen und aktiv zu sein.

 

Umsetzung:

–  Beobachtung und gezielte Förderung der Freispielzeit

–  Gespräche über Alltagssituationen

 

 

Sprache und Literacy

Während ihrer Zeit im Kindergarten erweitern Kinder permanent ihren Wortschatz und ihre Sprachkompetenz. Beim Erkunden der Welt lernen sie neue Wörter und deren Bedeutung. Sie lernen, durch Sprache die Welt zu verstehen und zu ordnen. Sprachförderung ist ein allgegenwärtiger Teil des Alltags im Kindergarten. Beim Spielen, Singen, Turnen, Basteln Experimentieren oder beim Betrachten von Bilderbüchern – immer geht es um Sprache.

Wir bieten den Kindern viele verschiedene Sprachanlässe, vielfältige Themen und eine reichhaltige abwechslungsreiche Sprache. In alltäglichen Situationen begleiten wir die Handlungen der Kinder sprachlich. Wir nutzen den Stuhlkreis für Sprachspiele, für eigenes Erzählen oder für das Einüben von Gesprächen und so zur Sprachförderung. Dabei werden auch die dafür notwendigen Regeln geübt, wie etwa sich gegenseitig ausreden zu lassen, sich zuzuhören und zu warten, bis man an der Reihe ist. Ebenso nutzen wir auch das gemeinsame Essen für die Kommunikation und die Sprachförderung. Hier spielen Rituale eine große Rolle. Dazu zählt etwa das Gebet zu Beginn der Mahlzeit oder ein Spruch am Ende des Morgenkreises. Durch Reime, Abzählverse, Fingerspiele, Lieder und Kreisspiel, werden auch Kinder mit Sprachschwierigkeiten oder Kinder mit geringen Deutschkenntnissen sprachlich gefördert. Denn durch Reime und Wiederholungen prägen sich Wörter, Wortfolgen, Begriffe und Aussprache ein und sind so die perfekte Sprachförderung. Dadurch wird die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund erleichtert.

Unter anderem für unsere Kinder mit Handicap arbeiten wir sehr oft und gerne mit anschaulichem Material und Bildkarten.

 

Umsetzung:

–  Zur Spracherziehung gehört auch der Deutschkurs für die Kinder mit Migrationshintergrund

–  Jeden Montag findet im Rahmen der Spracherziehung die Projektgruppe “Vorlesetag” statt (wie beschrieben)

 

Digitale Medien

Durch die gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahren ist es wichtig, bereits in der frühen Kindheit mit der Stärkung der Medienkompetenz zu beginnen. Die Kinder erhalten in unserer Einrichtung regelmäßig die Gelegenheit, die Medienerfahrung kindgemäß zu verarbeiten. Sie unterstützt die Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, die Fertigkeiten und die kognitiven Fähigkeiten des Kindes.

 

Folgende Angebote an Medienerfahrungen gibt es in unserer Einrichtung:

– Passend zu den Inhalten und Themen unserer Projekte suchen wir regelmäßig im Internet nach Anschauungsmaterial, Texten, Bildern und Videos. Diese betrachten wir gemeinsam mit den Kindern und arbeiten sie in Gesprächen und Angeboten auf.

– Aus der vielfältigen Auswahl an Bilderbüchern zu unterschiedlichsten Themenbereichen steht immer eine gezielte Menge zur freien Verfügung für die Kinder bereit. Oft bringen die Kinder auch Bücher von zu Hause zu bestimmten Themen mit, die wir dann im Kindergarten gemeinsam betrachten.

– Der Umgang mit CD-Player oder Digitalkamera usw. wird spielerisch und durch Vorbildfunktion an die Kinder weitergegeben.

– Wir geben den Kindern in unserer Einrichtung die Gelegenheit, Medienerfahrungen, die sie außerhalb des Kindergartens machen zu verarbeiten. (Rollenspiel, Malen, Bewegung, Verkleidung, Gespräche…)

– Für die Verwaltungs-, Konzeptions- und Öffentlichkeitsarbeit sind EDV und Internet wesentliche Komponenten geworden.

 

Trotz des vermehrten Einsatzes von Medien in der Gesellschaft ist es uns sehr wichtig, den Kindern vielfältige Alternativen zur Medienbeschäftigung zu zeigen. Wir finden es immer noch viel wichtiger, dass das Spiel, Naturerfahrungen und Bewegungsspiele im Freien den überwiegenden Alltag der Kinder bestimmen!

 

Mathematik

“Die Welt, in der Kinder aufwachsen, ist voller Mathematik” (BayBEP)

Für die Entwicklung der mathematischen Kompetenzen stehen nicht das kognitive Lernen mathematischer Inhalte, sondern spielerische und ganzheitliche Lernerfahrungen in Bezug auf Mathematik auf dem Programm. Im Kindergarten sind mathematische Inhalte und mathematische Grunderfahrungen in vielen Alltagsangeboten enthalten z.B. Zuordnungs-, Fädel- und Sortierspiele, Abzählverse, Reime, Würfelspiele, Wettspiele und rhythmische Spielangebote. Ebenso lassen sich insbesondere Zahlen, geometrische Formen und Mengen im Kindergartenalltag entdecken z.B. Ball, Uhr, Teller, Buch, Quadrat. Die mathematische Erziehung ist also im Kindergartengeschehen allgegenwärtig und geschieht sowohl in den gezielten Angeboten als auch in Alltagshandlungen.

Umsetzung:

– Übertragen von bestimmten Aufgaben an die Kinder, in denen mathematische Inhalte verborgen sind (z.B. Tischdecken..)

– Die Kinder werden angeregt, selbständig neue Spiele mit mathematischem Hintergrund auszuprobieren und zu erlernen.

– Uns ist es wichtig, bei mathematischen Handlungen z.B. dem Zählen der anwesenden Kinder immer wieder die Gruppe miteinzubeziehen und somit durch Wiederholung das Gelernte zu festigen. Auch die ganz Kleinen lernen so schon mit, indem sie die größeren Kinder nachahmen.

 

 

Naturwissenschaft, Technik und Umweltbildung

 

Die Kinder lernen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge in der belebten und der unbelebten Natur zu verstehen und selbst Experimente durchzuführen. Sie sollen lebensweltbezogene Aufgaben bewältigen können, die naturwissenschaftliche oder technische Grundkenntnisse erfordern. Kinder sollen Spaß und Freude am Beobachten, Experimentieren und Forschen haben und damit ihre Umwelt noch bewusster wahrnehmen. Einfache Experimente im Alltag verdeutlichen den Kindern Zusammenhänge aus Natur und Technik. Bei Experimenten werden die Kinder an naturwissenschaftliche Phänomene durch gezielte Angebote herangeführt. Sie lernen diese aus eigener Erfahrung kennen.

Uns ist es außerdem wichtig, dass die Kinder ihre Umwelt bewusst und mit allen Sinnen wahrnehmen und mit Pflanzen, Tieren und allem was dazugehört, achtsam und mit Würde umgehe. Vor allem in der heutigen Zeit des Wohlstandes und der “Wegwerfgesellschaft” finden wir, dass die Erziehung zur Achtsamkeit und Wertschätzung der Umwelt noch wichtiger geworden ist. Durch Gespräche, Angebote, aber auch durch unser Vorbildverhalten geben wir den Kindern Werte in diesem Bereich mit in ihr Leben. Die Kinder sollen Verantwortung für die Umwelt übernehmen und die Bereitschaft zu umweltbewusstem und umweltgerechtem Handeln entwickeln. Ihre Sinne sollen geschärft werden, unsere Umwelt und die Natur als ein kostbares Gut zu betrachten und diese nicht mutwillig zu zerstören.

 

Umsetzung:

– In unseren Planungen für Projekte und Angebote bauen wir immer wieder Experimente und Versuche mit ein, um die Kinder spielerisch mit dem Thema Naturwissenschaft und Technik vertraut zu machen.

– Durch Ausflüge, Projekte, Gespräche und Geschichten vermitteln wir den Kindern wie hoch die Bedeutung von wertschätzendem Umgang mit der Umwelt und Natur ist.

– Wir wollen die Kinder sensibilisieren für die Welt in der wir leben, für den Umgang mit der Natur und den Rohstoffen. Durch eine stark jahreszeitlich ausgerichtete Planung werden die Kinder ermutigt, sich an der Natur zu erfreuen und die Veränderungen bewusst wahrzunehmen.

– verschiedene Pflanzaktionen im Garten machen die Kinder mit Natur und Garten vertraut.

– “Forschen mit Fred” für die Vorvorschulkinder

 

Musik

Wir legen großen Wert darauf, mit den Kindern zu singen und zu musizieren. Hier erleben die Kinder Freude an der Musik entwickeln ein Gespür für Rhythmus und machen erste Erfahrungen mit Musikinstrumenten. Dies ist bei den Kindern sehr beliebt und sie zeigen voller Stolz ihr Gelerntes bei Festen und Gottesdiensten. Musik löst Verkrampfungen, fördert Kreativität und Ausdrucksfähigkeit beim Kind. Musik und Tanzen bringen Lebensfreude, beeinflussen Sprach- und emotionale Entwicklung des Kindes positiv.

 

Praktische Umsetzung:

– Wir regen die Kinder an, ihre musikalischen Grunderfahrungen zu bilden und geben ihnen die Möglichkeit, die Fähigkeiten zu entwickeln.

– Durch unser musikalisches Angebot fördern wir die Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung.

– Das tägliche Singen und Spielen von Kreisspielen, Liedern und Singspielen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

– Durch den Einsatz von einfachen Orffschen Instrumenten eröffnen wir den Kindern elementare Klang- und Rhythmuserfahrungen.

– Wir treffen uns regelmäßig gruppenübergreifend zum gemeinsamen Singen und Üben für Feste und Gottesdienste.

 

Ästhetik, Kunst und Kultur

Kreativität ist die schöpferische Fähigkeit des Menschen. Ein wichtiges Ziel in unserer Einrichtung ist die Erziehung zu Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Die Förderung der ICH-Kompetenz wird maßgeblich durch gezielte Kreativitätsanleitung unterstützt. Basteln, malen, kleben, falten usw. stützen die Kinder in ihrem Selbstwertgefühl und erziehen zum eigenverantwortlichen Handeln, in dem Dinge erdacht, umgesetzt und fertig gestellt werden. Wir wollen durch unsere Angebote im kreativen Bereich den Spaß der Kinder an ihrem eigenen Gestalten wecken und ihnen dadurch Erfolgserlebnisse durch die entstandenen Werke vermitteln.

Gemeinsam betrachten wir die Ergebnisse ihrer Arbeit und reflektieren das Gelernte und die verschiedenen Arbeitsschritte.

 

Umsetzung:

– Durch wöchentlich wechselnde Bastelangebote, die meist zu den aktuellen Projekten passen, festigen wir die Erfahrung der Kinder in vielen Lebensthemen.

– In den Kreativbereichen der Gruppe steht immer ausreichend Material zur kreativen Gestaltung für die Kinder bereit. Dadurch wird das Interesse und die Neugier geweckt, Sachen auszuprobieren und eigenständig etwas zu erstellen.

 

Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

Bewegung ist von großer Bedeutung für die altersgemäße, gesunde Entwicklung des Kindes. Bewegung wird bei uns groß geschrieben. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, dem wir nicht nur im freien Spiel den nötigen Raum geben, sondern durch gezielte, abwechslungsreiche Bewegungsangebote Rechnung tragen. In der frühen Kindheit ist Bewegung ein elementares Bedürfnis der Kinder, sie ist nicht nur für die motorische, sondern auch für die kognitive, emotionale, sprachliche und soziale Entwicklung von herausragender Bedeutung.

Unser großangelegter Garten und unser großzügiger Turnraum ermöglichen uns ein breitgefächertes Angebot an Turnmöglichkeiten wie z.B. Klettern, Balancieren, Werfen, Rollen usw. zur Umsetzung der Bewegungserziehung.

 

Umsetzung:

– Jeden Freitag findet im Kindergarten “bewegter Ganztag” statt. Die Kinder werden dazu gruppenübergreifend in drei Kleingruppen nach Alter aufgeteilt. Zwei Erzieherinnen gestalten dann im Turnraum für jede Kleingruppe passende Angebote im Bereich Bewegungserziehung.

–  Wir reagieren oft situationsorientiert auf das Geschehen in der Gruppe. Wenn wir merken, dass die Kinder mehr Bewegung brauchen, als sie im Gruppenraum ausleben können, gehen  einzelne Mitarbeiter mit Kleingruppen in den Turnraum zum freien Bewegungsspiel oder für spontane Bewegungsangebote.

– Wir gehen so oft wie möglich in den Garten.

 

Gesundheit, Ernährung, Entspannung

Gesundheitserziehung hat in der Praxis unseres Kindergartens einen hohen Stellenwert. Gesundheit ist mehr, als nur frei zu sein von Krankheiten. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sie ein Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Ziele und Inhalte der Gesundheitserziehung lassen sich weitgehend in die alltäglichen Routinen und Abläufe des Gruppenalltags bewusst und gezielt integrieren. Das Kind lernt selbstbestimmt, Verantwortung für sein eigenes Wohlbefinden, seine Gesundheit und seinen Körper zu übernehmen.

Wir achten hierbei besonders auf eine gesundheitliche Ernährung, eine gute Tisch- und Esskultur und ausreichend Zeit für gemeinsame Mahlzeiten. Ebenso vertiefen wir gemeinsam das Verständnis für Körperpflege und Hygiene. Hierfür stellen wir den Kindern Utensilien zur eigenständigen Benutzung zu Verfügung, die dem hygienischen Standard entsprechen. Dies ist die Voraussetzung, den Kindern gesundheitsförderndes Verhalten zu übermitteln.

 

Umsetzung:

– Wir machen immer wieder Gesprächskreise zum Thema gesunde Ernährung oder entwickeln sogar Projekte daraus.

– Durch Üben und Vorbildhaltung vermitteln wir den Kindern die grundlegenden hygienischen Handlungen.

 

 

Geschlechtersensible Erziehung – Sexualität

Für die Entwicklung der Geschlechtsidentität sind die Jahre im Kindergarten von besonderer Bedeutung und nehmen in unserer Einrichtung eine pädagogische Grundhaltung ein: Mädchen und Jungen sind gleichwertig und gleichberechtigt. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden mit Wertschätzung behandelt. Mädchen und Jungen sollen die mütterliche, sondern auch die selbstbewusste Seite des Frauenbildes wollen wir vermitteln. Die Jungen sollen die Möglichkeit haben, nicht nur die starke, sondern auch die emotionale Seite des “Mannseins” kennenzulernen.

Die kindliche Sexualität ist geprägt von Neugierde und Entdeckerlust. Sie ist spontan und unbefangen. In den ersten Lebensjahren ist es wichtig, das Körperbewusstsein der Kinder durch alltägliche Sinneserfahrungen zu fördern. Über ihre Sinne und ihre Bewegungen erfahren Kinder ihre Körpergrenzen und setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander. Dies ist eine Grundlage für die soziale und persönliche Entwicklung des Kindes.

In unserem Kindergarten nimmt die Sexualerziehung keine Sonderstellung ein, sondern ist Teil der Sozialerziehung und Persönlichkeitsbildung. Die Sexualität eines Kindes zeigt sich im Alltag durch Kinderfreundschaften, Rollenspiele, die eigene Körperscham und das Entdecken des eigenen Körpers, sowie Fragen zur Sexualität. Als Pädagoginnen sehen wir es als unsere Aufgabe, die Kinder altersangemessen zu begleiten, zu fördern und kindgerechte Antworten auf ihre Fragen zu finden. Natürlich sehen wir auch die Prävention in diesem Bereich als eine unserer großen Aufgaben. Die Kinder sollen gestärkt werden “Nein”  zu sagen und ihre persönlichen Grenzen zu vertreten.

 

Umsetzung:

– Wir geben angemessene Antworten auf Fragen und Interessen der Kinder

– Wir achten auf das Schamgefühl und respektieren dieses

– Wir fördern die Wahrnehmung von eigenen Gefühlen der Kinder und sensibilisieren sie, die Gefühle anderer zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren

– Stärkung des Selbstwertgefühls und der Abgrenzung

 

 

Lebenspraxis

Kinder haben den großen Willen, Dinge selber zu tun. Mit Freude ahmen schon die Kleinsten den anderen Kindern und den Erwachsenen nach und haben den Drang nach Selbständigkeit. “Selber tun dürfen” stärkt das Selbstwertgefühl und motiviert, noch mehr können zu wollen.

Gerade im Bereich “Lebenspraxis” bieten sich immer wieder viele Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Tätigkeiten, wie z.B. das Einfädeln und Schließen des Reißverschlusses verlangen eine hohe feinmotorische Geschicklichkeit, eine gute Auge-Hand-Koordination, sowie Ausdauer und Konzentration. Zu der Förderung von lebenspraktischen Kompetenzen gehört auch der Umgang mit unterschiedlichen Gerätschaften des Alltags, von Handrührgeräten bis Schraubenzieher, vom Umgang mit Telefonen bis zum Einkauf.

Wir unterstützen und begleiten die Kinder in alltäglichen Handlungen, wie z.B. An- und Ausziehen, Hygiene, Nahrungsaufnahme und Zubereitung und bei häuslichen Aufgaben, bis sie diese so gut wie mögliche selbständig bewältigen können.

 

Wir nehmen dabei Rücksicht auf den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes und trauen ihm entsprechend etwas zu. Wir wollen jedem Kind seine Zeit zugestehen, und nicht zu schnell Unterstützung geben. So entwickelt natürlich auch jedes Kind beim “Sauberwerden” sein eigenes Tempo, das an innere Reifungsprozesse gebunden ist und sich nicht von außen beschleunigen lässt.

Umsetzung:

–  Wir geben Hilfe in allen Bereichen, wenn es notwendig ist und bewahren die Kinder selbstverständlich vor Schaden

–  Zeit und Raum für eigenständiges Handeln der Kinder wird eingeplant

–  Einüben von wiederkehrenden lebenspraktischen Tätigkeiten und lernen vom Erkennen von eigener Kleidung und Gegenständen

–  Sicherheit durch klare Strukturen, Regeln und Ordnung, z.B. in der Garderobe oder beim Aufräumen in der Gruppe

–  Einbinden der Kinder in alltägliche Aufgaben wie Tischdecken usw.